Agenda 2030: Länderberichterstattung und Bestandsaufnahme
Wo steht die Schweiz bei der Umsetzung der Agenda 2030 durch die Schweiz? Nachhaltige Entwicklung ist ein Konzept, das Gesellschaft, Umwelt und Wirtschaft eng miteinander verknüpft. Alle vier Jahre legt die Schweiz der UNO anhand einer umfassenden Bestandsaufnahme Rechenschaft über die Fortschritte bei der Umsetzung der Agenda 2030 ab. Der Bericht für den Zeitraum 2022–2026 ist nun verfügbar.

Gemischte Zwischenbilanz zur Umsetzung 2022–2026
Erstmals dient der nationale Bericht 2026 auch als Zwischenbericht zur Umsetzung der nationalen Strategie für nachhaltige Entwicklung (SDD 2030) und konzentriert sich auf deren drei Schlüsselbereiche: nachhaltiger Konsum und nachhaltige Produktion; Klima, Energie und Biodiversität; sowie Chancengleichheit und sozialer Zusammenhalt. Er zeichnet ein gemischtes Bild von der Umsetzung der Agenda 2030: Zwar sind in Bereichen wie Kreislaufwirtschaft, erneuerbare Energien und Gleichstellung positive Entwicklungen zu erkennen, doch das Umsetzungstempo ist noch unzureichend. Unter den aktuellen Bedingungen werden die Ziele in den Bereichen nachhaltiger Konsum, Klima, Biodiversität, Armutsbekämpfung, Zugang zu bezahlbarem Wohnraum und Diskriminierung bis 2030 nur schwer zu erreichen sein. Zwar wurden dank neuer Strategien, der Anpassung der Rechtsgrundlagen, partizipativer Ansätze und Förderinstrumente Fortschritte erzielt, doch Zielkonflikte und ein Mangel an Ressourcen erschweren die Umsetzung.
Eine weitere Neuerung ist der Fokus auf grenzüberschreitende Auswirkungen (Spillover-Effekte): Die Entwicklungen in den genannten Bereichen betreffen nämlich nicht nur die Schweiz, sondern haben auch globale Auswirkungen. Der Bericht beleuchtet positive und negative Beispiele von Spillover-Effekten.
Schliesslich hebt der Bericht die Bedeutung der Zusammenarbeit aller Akteure für die Umsetzung der Agenda 2030 hervor. So haben Kantone, Städte und Gemeinden an der Ausarbeitung des Berichts mitgewirkt, während Akteure aus Zivilgesellschaft, Wirtschaft, Finanzwesen und Wissenschaft in einem eigenen Kapitel ihre Einschätzung zum Umsetzungsstand darlegen. Alle Akteure sind aufgerufen, ihre Anstrengungen für eine beschleunigte Umsetzung der Agenda 2030 fortzusetzen.
Länderbericht an die UNO
Die Schweiz beteiligt sich an der freiwilligen internationalen Berichterstattung zur Umsetzung der Agenda 2030. Diese lädt die Mitgliedsstaaten der UNO dazu ein, in regelmässigen Abständen über die Umsetzung ihres Landes der Agenda 2030 zu berichten. Diese Berichte werden im Rahmen des Hochrangigen Politischen Forum für Nachhaltige Entwicklung an der UNO, sowie den jeweiligen Bevölkerungen präsentiert. Sie bieten die Möglichkeit, Fortschritte zu zeigen, Herausforderungen zu benennen und sich zu gemeinsamen Entwicklungen auszutauschen.
Der Länderbericht gibt einen Überblick über den Umsetzungsstand der Agenda 2030 durch die Schweiz, lokal wie global. Darin werden die wichtigsten Chancen und Herausforderungen präsentiert, die für die Schweiz auf dem Weg zum Erreichen der 17 globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung bestehen.
Der Länderbericht wird von einem statistischen Anhang begleitet, welcher durch das Bundesamt für Statistik erstellt wird und auf dem MONET-Indikatorensystem beruht.
Die Schweiz präsentierte ihren ersten umfangreichen Länderbericht 2018, der zweite folgte im Juli 2022. Ein Zwischenbericht wurde 2024 veröffentlicht. Der vierte Länderbericht wurde im Mai 2026 veröffentlicht.
Eine enge und fruchtbare Zusammenarbeit aller Beteiligten
Die Umsetzung der Agenda 2030 ist Aufgabe der gesamten Gesellschaft, d. h. der drei staatlichen Ebenen (Bund, Kantone, Gemeinden), aber auch – und in entscheidender Weise – der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, der Finanzwelt und der Wissenschaft. Indem sie den Weg weisen und konkrete Massnahmen ergreifen, leisten alle einen wichtigen Beitrag zur Verwirklichung der globalen Ziele für nachhaltige Entwicklung. Durch eine effektive Bündelung ihrer Kräfte können der öffentliche Sektor, der Privatsektor, die Wissenschaft und die Zivilgesellschaft Synergien zugunsten der nachhaltigen Entwicklung schaffen und negative Auswirkungen minimieren.
Aus diesem Grund stützt sich der nationale Bericht auf eine umfassende und partizipative Bestandsaufnahme. So wurden Expertinnen und Experten aus allen Departementen der Bundesverwaltung gebeten, ihre Analyse beizusteuern, während Vertreterinnen und Vertreter der Kantone, Städte und Gemeinden, zivilgesellschaftlicher Organisationen sowie aus Wirtschaft, Finanzwelt und Wissenschaft aufgefordert wurden, ihre Aktivitäten zugunsten der nachhaltigen Entwicklung zu beschreiben und die Fortschritte der Schweiz in diesem Bereich zu bewerten. Eine Neuerung des nationalen Berichts 2026 ist ein Kapitel, das den Beiträgen der Triebkräfte der nachhaltigen Entwicklung gewidmet ist und in dem sich Akteure aus der Zivilgesellschaft, der Wirtschaft, dem Finanzsektor und der Wissenschaft zur Umsetzung der Ziele äussern.
Daraus ergibt sich ein Gesamtbild der nachhaltigen Entwicklung der letzten vier Jahre, das eine solide Grundlage für die Erstellung der nationalen Berichte bildet. Diese Bestandsaufnahme ist in voller Länge auf der Website SDGital2030.ch verfügbar und ermöglicht es Fachleuten sowie der gesamten Bevölkerung, die Fortschritte der Schweiz bei jedem der 17 SDGs und 169 Unterziele zu beurteilen.
Links
- SDGital2030
- Medienmitteilung: Gemischte Zwischenbilanz: Vierter Länderbericht der Schweiz zur Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung, 13.05.2026
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